Autor:innen: Mara Schaffer, Julian Fricke, Niklas Droste
Das Projekt beschäftigt sich mit der Kampagne #WirFahrenZusammen (WFZ), einer Allianz von Beschäftigten im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), ihrer Gewerkschaft ver.di und Fridays for Future. Das Bündnis ist der Versuch, neue Allianzen zwischen Klimagerechtigkeitsbewegung und Arbeiter:innenbewegung zu schmieden und erste Schritte in Richtung gemeinsamer Kämpfe für eine sozial-ökologische Verkehrswende zu gehen. Sie setzten dabei auf die Verbindung von Arbeitskämpfen für bessere Arbeitsbedingungen und Löhne mit ökologischen Forderungen nach einer massiven öffentlichen Finanzierung des ÖPNV-Ausbaus.
In einer Fallstudie untersuchen wir, basierend auf leitfadengestützten Interviews mit WFZ-Aktivist:innen aus Gewerkschaft und Klimabewegung, inwiefern die Kampagne einen erfolgreichen Politikansatz zur Erneuerung emanzipatorischer Politik von unten darstellt. Im Fokus steht die Frage, ob und wie WFZ zur Politisierung und Selbstermächtigung der Beschäftigten beiträgt, ein ökologisches Klassenbewusstsein fördert und gesellschaftliche Mehrheiten für eine demokratische Gestaltung der Mobilität als öffentliches Gut gewinnt.
Zentral für das Gelingen dieses Bündnisses ist Basis- und Beziehungsarbeit auf Grundlage von Organizing-Methoden, welche die Voraussetzung für eine gemeinsame Streikbewegung zwischen Beschäftigten der Nahverkehrsbetriebe sowie der Klimagerechtigkeitsbewegung und Zivilbevölkerung bietet. Streiken für das Gemeinwohl wird als der entscheidende Hebel gesehen, um Machtressourcen von Gewerkschaften bzw. Beschäftigten sowie der Klimagerechtigkeitsbewegung zu vereinen und so Auseinandersetzungen um die Zukunft der öffentlichen Daseinsvorsorge in neuen, schlagkräftigen Allianzen führen zu können.
